Max Imfelds kuriose Definition von «Auszeit»

Was für eine wundersame Geschichte da seit einer Woche durch den Boulevard geht! Zermatter Gemeindeschreiber Daniel Anrig vermisst, schrieb BLICK.CH am 25. November eine Geschichte des WALLISER BOTEN ab. Gemeindepräsidentin Romy Biner-Hauser hatte anfangs der vorletzten Woche offenbar sogar die Polizei in Anrigs Privatwohnung vorbeigeschickt, weil er nicht zur Arbeit gekommen war. Nun ist Anrig kein Unbekannter, sondern früherer Kommandant der Schweizer Garde in Rom, wo er allerdings als besonders harter Hund aufgefallen war. Später war er Kommandant der Kantonspolizei Glarus, die mit einer menschenunwürdigen Durchsuchung eines Asylheims negative Schlagzeilen machte – Anrig wurde im folgenden Strafverfahren allerdings freigesprochen.

Einen Tag später versuchte Anrigs Anwalt, die Sache zu beruhigen. «Fake News! Er ist nicht spurlos verschwunden!» musste BLICK.CH seine eigene Geschichte korrigieren. Rechtsanwalt Max Imfeld (56, Gefährte von Anrig schon zu dessen Schweizergarde-Zeiten) lässt sich mit dem Satz zitieren: «Er nimmt sich eine Auszeit, aber das geht nur seine Familie und seine Freunde etwas an.» Gleichzeitig schiebt Imfeld nach, die Gemeinde habe sehr wohl von der «Auszeit» gewusst. Gemeindepräsidentin Biner-Hauser sei am 10. November informiert worden. – Was auch ein schiefes Licht auf sie wirft, fand doch die Polizeiaktion in Anrigs Privatwohnung gemäss WALLISER BOTE erst zu Beginn der Folgewoche statt.

Peinlich wird’s nun aber auch für Anwalt Imfeld. Einen weiteren Tag später wird nun nämlich bekannt, dass Anrig seine «Auszeit» Imfeld nicht etwas auf einer Südseeinsel verbringt, um neue Kräfte zu schöpfen. Sondern im Kanton Zürich in Untersuchungshaft sitzt. Von BLICK.CH darauf angesprochen, bleibt dem St. Galler Anwalt nichts anderes, als seinen Euphemismus (der Volksmund würde wohl sagen: seine Lüge) einzuräumen und die Untersuchungshaft zu bestätigen. Man mag einwerfen, damit verhalte sich Imfeld ja nicht anders als viele andere Anwälte. Das mag sein, bizzeli peinlich ist es gleichwohl, wenn man Imfelds weitere Mandate anschaut: Seit 2007  beispielsweise ist er Rechtskonsulent für das Generalsekretariat des Rats der Europäischen Bischofskonferenzen. Oder seit 2014 Präsident des Polizeibeamtenverbands der Stadt St. Gallen. Mandanten, bei denen man eigentlich einen Anwalt erwarten würde, welcher sich der Wahrheit verpflichtet fühlt.

Imfeld selbst kann sich immerhin mit den biblischen zehn Geboten rausschwatzen. Dort heisst es zwar, ‚Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen‘, von falsch FÜR seinen Nächsten auszusagen, steht dort nichts.

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