Der Fall Michael P.: Ein Vater kämpft um seine Tochter – und die KESB Hinwil verliert sich im Verfahren

Patrick Haller ist kein Einzelfall. Er ist ein Beispiel für ein altes, unangenehmes Muster: In eskalierten Trennungen reagiert der Staat oft sehr schnell, wenn gegen den Vater schwere Vorwürfe im Raum stehen. Viel langsamer reagiert er dort, wo der eigentliche Langzeitschaden entsteht: bei der schleichenden Zerstörung der Vater-Kind-Beziehung.

Osteopathie-Diplome: Bundesgericht stoppt Rotes Kreuz

Das Schweizerische Bundesgericht hat einem langjährigen Anerkennungsstreit um ausländische Osteopathie-Diplome ein Ende gesetzt. In einem wegweisenden Urteil (2C_80/2025) wurde die bisherige Praxis des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) scharf kritisiert. Das SRK hatte jahrelang ausländische Osteopathie-Diplome rein formal abgelehnt. Damit ist nun Schluss: Künftig muss die Behörde die Ausbildung von Fachkräften inhaltlich prüfen.

Ein Richterentscheid, der mehr verdient als Schlagzeilen

Ein brutaler Angriff in Zürich, ein vorläufig Aufgenommener als Täter und ein empörter Aufschrei in den Medien: Anfang Februar attackierte ein 40-jähriger Kosovare in Zürich einen orthodoxen Juden auf offener Straße mit Faustschlägen und antisemitischen Beschimpfungen. Der Fall sorgte umgehend für Empörung. Zürcher Regierungsrat Mario Fehr forderte die umgehende Ausschaffung des Täters. Die Zeitschrift Nebelspalter polemisierte prompt, diese Ausschaffung hätte „schon lange“ erfolgen müssen. In gewissen Medien war der Schuldige…

Urteil im Fall Markus Roos: 5 Jahre Haft

Er wird verurteilt zu einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren unter Anrechnung der Untersuchungshaft von 2 Tagen. 4. Markus Roos wird für die Dauer von fünf Jahren für jegliche selbständige und unselbständige Tätigkeit in der Rechtsberatungs-, Willensvollstreckung- und Treuhandbranche ein Berufsverbot erteilt. Es wird ihm insbesondere jegliche Vermögensverwaltung für Drittpersonen untersagt. Zudem wird ihm insbesondere verboten, sich von Dritten Vollmachten für Bankkonten ausstellen zu lassen oder Gelder und andere Vermögenswerte Dritter…

«Einbürgerung ist kein Gesinnungstest, sondern Rechtsanwendung»

Seit 2018 läuft das Einbürgerungsverfahren von Talal Aldroubi im Kanton Thurgau. Zuerst blockierte die Einbürgerungskommission Romanshorn, später verweigerte der Grosse Rat das Kantonsbürgerrecht mit 72 zu 42 Stimmen bei acht Enthaltungen. Die Vorwürfe: rund 11’500 Franken Alimentenbevorschussung, eine angeblich ungünstige wirtschaftliche Prognose und angeblich ungenügende Deutschkenntnisse. Das Bundesgericht qualifizierte diese Ablehnungsgründe 2023 als willkürlich; Romanshorn musste daraufhin das Gemeindebürgerrecht erteilen. Dennoch rollte die Thurgauer Justizkommission das Dossier nochmals auf –…

Der Fall Roos: Öffentlich verhandelt, öffentlich benannt, öffentlich beurteilt

Mit der öffentlichen Hauptverhandlung vor dem Kreisgericht See-Gaster wurde im Fall Markus Roos eine Schwelle überschritten, die in der Schweizer Justizberichterstattung lange umstritten war: die Namensnennung. Nachdem Inside-Justiz bereits früh über den Beschuldigten berichtet hatte, ziehen nun auch etablierte Medien nach. Der Fall Roos ist damit nicht nur ein Strafprozess von erheblicher Tragweite, sondern auch ein Lehrstück über Transparenz, Medienfreiheit und die Frage, ab wann Öffentlichkeit geboten ist.

Ruben Anderegg – vom Unternehmer zum Kläger

Was ein grenzwertig agierender Staatsdiener in Gang setzte, endete für Ruben Anderegg im finanziellen Ruin – und mündete in einen Kampf gegen den Staat selbst. Aus dem Unternehmer wurde ein Kläger, aus einem Bauprojekt ein Grundsatzstreit. Der Fall Anderegg zeigt, wie Behördenhandeln Existenzen zerstören kann – und warum dieser Konflikt für den Kanton Bern noch teuer werden dürfte: nicht moralisch, sondern finanziell, in Millionenhöhe. Der folgende Beitrag ist der dritte…

Martin Künzi: Überheblich, unnahbar und patriarchal

Martin Künzi war kein Statthalter, der im Hintergrund wirkte. Er war präsent, bestimmend, oft erklärend – und stets davon überzeugt, auf der richtigen Seite des Rechts zu stehen. Wer ihm in den vergangenen Jahren begegnete - medial oder administrativ - traf auf einen Mann, der sein Amt nicht als moderierende Schnittstelle verstand, sondern als Durchsetzungsposition verstand. Als jemand, der wusste, wie die Verwaltung zu funktionieren hat. – und der diesen…

Brünig Lodge – Wie ein Bauverfahren ein Leben zerstörte

Ein Baugesuch, drei Verfahren, 24 Verfügungen – vier Jahre später steht ein Unternehmer am finanziellen Abgrund. Seine Brünig Lodge musste verkauft werden, seine Existenz ist zerstört. Was mit einem bürokratischen Detail begann, entwickelte sich zur Existenzfrage: Jetzt droht eine Millionenklage gegen den Kanton Bern. Im Zentrum der Kritik stehen Regierungsstatthalter Martin Künzi, das Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) und die Gemeinde Meiringen – sowie die Frage, wie weit Behördenentscheidungen…

Der Fall Stefan Bischof – wie die Fachhochschule OST einen Konflikt verlor

Was als überschaubares Problem in einer Projektgruppe begann, entwickelte sich an der Ostschweizer Fachhochschule (OST) zu einem institutionellen Desaster. Der Fall des Masterstudenten Stefan Bischof ist heute geprägt von abgebrochenen Gesprächsversuchen, verweigerter Mediation, juristischer Eskalation und einem Vertrauensverlust, der auf beiden Seiten kaum mehr zu reparieren ist. Er zeigt exemplarisch, wie Führung versagt, wenn Kommunikation durch Machtausübung ersetzt wird – und wie sich eine Institution in einem Konflikt selbst blockiert.