Das Schweizerische Bundesgericht hat einem langjährigen Anerkennungsstreit um ausländische Osteopathie-Diplome ein Ende gesetzt. In einem wegweisenden Urteil (2C_80/2025) wurde die bisherige Praxis des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) scharf kritisiert. Das SRK hatte jahrelang ausländische Osteopathie-Diplome rein formal abgelehnt. Damit ist nun Schluss: Künftig muss die Behörde die Ausbildung von Fachkräften inhaltlich prüfen.
Kategorie: Gerichte
Ein Richterentscheid, der mehr verdient als Schlagzeilen
Ein brutaler Angriff in Zürich, ein vorläufig Aufgenommener als Täter und ein empörter Aufschrei in den Medien: Anfang Februar attackierte ein 40-jähriger Kosovare in Zürich einen orthodoxen Juden auf offener Straße mit Faustschlägen und antisemitischen Beschimpfungen. Der Fall sorgte umgehend für Empörung. Zürcher Regierungsrat Mario Fehr forderte die umgehende Ausschaffung des Täters. Die Zeitschrift Nebelspalter polemisierte prompt, diese Ausschaffung hätte „schon lange“ erfolgen müssen. In gewissen Medien war der Schuldige…
Urteil im Fall Markus Roos: 5 Jahre Haft
Er wird verurteilt zu einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren unter Anrechnung der Untersuchungshaft von 2 Tagen. 4. Markus Roos wird für die Dauer von fünf Jahren für jegliche selbständige und unselbständige Tätigkeit in der Rechtsberatungs-, Willensvollstreckung- und Treuhandbranche ein Berufsverbot erteilt. Es wird ihm insbesondere jegliche Vermögensverwaltung für Drittpersonen untersagt. Zudem wird ihm insbesondere verboten, sich von Dritten Vollmachten für Bankkonten ausstellen zu lassen oder Gelder und andere Vermögenswerte Dritter…
Der Fall Roos: Öffentlich verhandelt, öffentlich benannt, öffentlich beurteilt
Mit der öffentlichen Hauptverhandlung vor dem Kreisgericht See-Gaster wurde im Fall Markus Roos eine Schwelle überschritten, die in der Schweizer Justizberichterstattung lange umstritten war: die Namensnennung. Nachdem Inside-Justiz bereits früh über den Beschuldigten berichtet hatte, ziehen nun auch etablierte Medien nach. Der Fall Roos ist damit nicht nur ein Strafprozess von erheblicher Tragweite, sondern auch ein Lehrstück über Transparenz, Medienfreiheit und die Frage, ab wann Öffentlichkeit geboten ist.
Ohrfeige für die Regierungsräte – Zürcher Verwaltungsgericht beendet Geheimzirkel
Das Zürcher Verwaltungsgericht beendet einen siebenjährigen Streit um die Veröffentlichung von Protokollen der Gesundheitsdirektorenkonferenz und schafft ein Präjudiz: Die interkantonalen Konferenzen müssen Beschlussprotokolle ihrer Sitzungen offenlegen.
Der Fall Talal Aldroubi: Wenn die Politik die Gewaltenteilung als Ausrede missbraucht
Am Dienstag, 16. Dezember 2025, musste die Thurgauer Zeitung etwas festhalten, das in einem rechtsstaatlichen Verfahren eigentlich banal sein sollte – hier aber zum Kernproblem wird: SVP-Fraktionschef Hermann Lei behauptete öffentlich, Talal Aldroubi habe den Sprachtest nicht bestanden. Das ist falsch. Aldroubi habe alle nötigen Prüfungen bestanden, die Zeitung verfügt über Zertifikate und eine Echtheitsbestätigung der ausstellenden Institution. Richtig sei einzig, dass er im Modul Lesen B1 beim ersten Versuch…
«Wie viele gemeinsame Biere machen befangen?» – der Fall Muschietti
In der Schweizer Justiz ist es selten, dass die Bundesanwaltschaft beim Bundesgericht in Lausanne ein Revisionsgesuch stellt. Im Fall 6F_18/2024 hatte sie jedoch einen begründeten Anlass dazu. Bundesrichter Giuseppe Muschietti ist in einem Fallkomplex involviert, den er bereits in seiner Zeit als Bundesstrafrichter beurteilte. Die Bundesanwaltschaft verlangt Revision – und scheitert nicht an der Sache selbst, sondern an einer neuen, hochproblematischen Logik: Wer Ausstand will, hätte ihn vorsorglich beantragen müssen,…
Schawinski scheitert mit Revisionsgesuch
Das Revisionsgesuch von Roger Schawinski für sein Bünder Radio wurde abgelehnt. Damit verliert der Medienpioniert vor dem Bundesverwaltungsgericht erneut, und muss seine Pläne für Graubünden wohl definitiv begraben.
Die schriftliche Urteilsbegründung ist da: Verschulden des Bündner Vergewaltigungsrichters lediglich «leicht»
Das schriftliche Urteil des Regionalgerichts Plessur liegt vor. Es hält fest, dass das Verschulden des ehemaligen Verwaltungsrichters, der seine Praktikantin über Wochen bedrängt und schliesslich vergewaltigt hatte, als «leicht» einzustufen sei.
Südostschweiz: Bündner Justiz mit Beisshemmung
Der Vergewaltigungsfall um den ehemaligen Verwaltungsrichter aus Graubünden sorgt weiter für Schlagzeilen. Die Südostschweiz berichtet über massive Kritik an der Justiz – diesmal wegen der Verzögerung des schriftlichen Urteils, das nach fast einem Jahr immer noch nicht vorliegt. Der Jurist und ehemalige SP-Gemeinderat Jean-Pierre Menge spricht im Interview von „Beisshemmungen“ und einem Verfahren, das „zu lange, zu milde und zu wenig transparent“ geführt worden sei.
