Mit der öffentlichen Hauptverhandlung vor dem Kreisgericht See-Gaster wurde im Fall Markus Roos eine Schwelle überschritten, die in der Schweizer Justizberichterstattung lange umstritten war: die Namensnennung. Nachdem Inside-Justiz bereits früh über den Beschuldigten berichtet hatte, ziehen nun auch etablierte Medien nach. Der Fall Roos ist damit nicht nur ein Strafprozess von erheblicher Tragweite, sondern auch ein Lehrstück über Transparenz, Medienfreiheit und die Frage, ab wann Öffentlichkeit geboten ist.
Kategorie: Presseschau
Der Fall Talal Aldroubi: Wenn die Politik die Gewaltenteilung als Ausrede missbraucht
Am Dienstag, 16. Dezember 2025, musste die Thurgauer Zeitung etwas festhalten, das in einem rechtsstaatlichen Verfahren eigentlich banal sein sollte – hier aber zum Kernproblem wird: SVP-Fraktionschef Hermann Lei behauptete öffentlich, Talal Aldroubi habe den Sprachtest nicht bestanden. Das ist falsch. Aldroubi habe alle nötigen Prüfungen bestanden, die Zeitung verfügt über Zertifikate und eine Echtheitsbestätigung der ausstellenden Institution. Richtig sei einzig, dass er im Modul Lesen B1 beim ersten Versuch…
«Wie viele gemeinsame Biere machen befangen?» – der Fall Muschietti
In der Schweizer Justiz ist es selten, dass die Bundesanwaltschaft beim Bundesgericht in Lausanne ein Revisionsgesuch stellt. Im Fall 6F_18/2024 hatte sie jedoch einen begründeten Anlass dazu. Bundesrichter Giuseppe Muschietti ist in einem Fallkomplex involviert, den er bereits in seiner Zeit als Bundesstrafrichter beurteilte. Die Bundesanwaltschaft verlangt Revision – und scheitert nicht an der Sache selbst, sondern an einer neuen, hochproblematischen Logik: Wer Ausstand will, hätte ihn vorsorglich beantragen müssen,…
Südostschweiz: Bündner Justiz mit Beisshemmung
Der Vergewaltigungsfall um den ehemaligen Verwaltungsrichter aus Graubünden sorgt weiter für Schlagzeilen. Die Südostschweiz berichtet über massive Kritik an der Justiz – diesmal wegen der Verzögerung des schriftlichen Urteils, das nach fast einem Jahr immer noch nicht vorliegt. Der Jurist und ehemalige SP-Gemeinderat Jean-Pierre Menge spricht im Interview von „Beisshemmungen“ und einem Verfahren, das „zu lange, zu milde und zu wenig transparent“ geführt worden sei.
EuGH-Urteil: Dieselgate lässt die Schweiz im toten Winkel
Während der Europäische Gerichtshof Millionen Dieselbesitzern in der EU neuen Hoffnung auf Entschädigung gibt, stehen die betroffenen Fahrzeughalter in der Schweiz weiterhin mit leeren Händen da. Ein Gerichtsurteil von historischer Tragweite offenbart eine tiefe Kluft im europäischen Verbraucherschutz – und wirft ein bezeichnendes Licht auf die juristische Isolation der Schweiz im Abgasskandal.
Wenn Loyalität das Gesetz ersetzt: Daniel C. Richman zur Glaubwürdigkeitskrise des US-Justizministeriums
Die Affäre um den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein erlebt unter der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump eine neue Wendung – nicht durch Enthüllungen, sondern durch den Umgang der Regierung mit öffentlichem Druck. Der renommierte Strafrechtsprofessor Daniel C. Richman (Columbia Law School), früherer Bundesstaatsanwalt im Southern District of New York, nimmt dies in einem aktuellen Guest Essay in der New York Times zum Anlass für eine fundamentale Kritik: Das Justizministerium…
Justiz im Schatten der Zweifel – Der Fall Zwahlen bleibt ein Mahnmal
Der Fall Christine Zwahlen – 1985 ermordet in Kehrsatz – hat sich tief in das kollektive Gedächtnis der Schweiz eingebrannt. Vierzig Jahre später ist der Justizskandal um ihren Ehemann Bruno Zwahlen nicht verklungen, sondern bleibt ein Symbol für mediale Dynamik, juristische Fehlleistungen – und eine Justiz, die am eigenen Anspruch scheiterte. Die jüngste Wiederaufnahme der Debatte durch die BERNER ZEITUNG und ZACKBUM.ch rückt zentrale Fragen erneut ins Licht: Hat die…
Strafverfahren gegen Klinik-Direktor des Inselspitals
Das Berner Inselspital will sich von einem Klinikdirektor und Chefarzt trennen. Der Mann soll bis Ende 2023 eine Affäre mit einer Oberärztin gehabt haben. Anfangs Jahr entlässt er seine ehemalige Geliebte, zwei Wochen später reicht sie Strafanzeige ein wegen Verstössen gegen ihre sexuelle Integrität.
«Ich wollte jemanden umbringen». Der Blick bringt News zur Tötung des 15-jährigen Mädchens in Berikon
Der BLICK berichtet heute Neues zu dem tragischen Tötungsdelikt aus Berikon. Am Muttertag hatte dort eine 14-jährige ihre ehemals beste Freundin mit einem Küchenmesser getötet. Wie der BLICK nun erfahren hat, gibt sie als Tatmotiv «Wut» - primär über sich selbst an.
Mehr Fragen als Antworten
Der tatverdächtige Christian B. im «Fall Maddie» droht am 17. September freizukommen, weil er dann seine Haftstrafe wegen anderer Verurteilungen verbüsst hat. Zu der Haftentlassung trägt auch eine ehemalige Mitarbeiterin des deutschen Bundeskriminalamts bei, die eine Geldstrafe für Christian B. beglichen hatte.
