Das Schweizerische Bundesgericht hat einem langjährigen Anerkennungsstreit um ausländische Osteopathie-Diplome ein Ende gesetzt. In einem wegweisenden Urteil (2C_80/2025) wurde die bisherige Praxis des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) scharf kritisiert. Das SRK hatte jahrelang ausländische Osteopathie-Diplome rein formal abgelehnt. Damit ist nun Schluss: Künftig muss die Behörde die Ausbildung von Fachkräften inhaltlich prüfen.
Kategorie: Empfehlungen der Redaktion
«Einbürgerung ist kein Gesinnungstest, sondern Rechtsanwendung»
Seit 2018 läuft das Einbürgerungsverfahren von Talal Aldroubi im Kanton Thurgau. Zuerst blockierte die Einbürgerungskommission Romanshorn, später verweigerte der Grosse Rat das Kantonsbürgerrecht mit 72 zu 42 Stimmen bei acht Enthaltungen. Die Vorwürfe: rund 11’500 Franken Alimentenbevorschussung, eine angeblich ungünstige wirtschaftliche Prognose und angeblich ungenügende Deutschkenntnisse. Das Bundesgericht qualifizierte diese Ablehnungsgründe 2023 als willkürlich; Romanshorn musste daraufhin das Gemeindebürgerrecht erteilen. Dennoch rollte die Thurgauer Justizkommission das Dossier nochmals auf –…
Brünig Lodge – Wie ein Bauverfahren ein Leben zerstörte
Ein Baugesuch, drei Verfahren, 24 Verfügungen – vier Jahre später steht ein Unternehmer am finanziellen Abgrund. Seine Brünig Lodge musste verkauft werden, seine Existenz ist zerstört. Was mit einem bürokratischen Detail begann, entwickelte sich zur Existenzfrage: Jetzt droht eine Millionenklage gegen den Kanton Bern. Im Zentrum der Kritik stehen Regierungsstatthalter Martin Künzi, das Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) und die Gemeinde Meiringen – sowie die Frage, wie weit Behördenentscheidungen…
Der Fall Stefan Bischof – wie die Fachhochschule OST einen Konflikt verlor
Was als überschaubares Problem in einer Projektgruppe begann, entwickelte sich an der Ostschweizer Fachhochschule (OST) zu einem institutionellen Desaster. Der Fall des Masterstudenten Stefan Bischof ist heute geprägt von abgebrochenen Gesprächsversuchen, verweigerter Mediation, juristischer Eskalation und einem Vertrauensverlust, der auf beiden Seiten kaum mehr zu reparieren ist. Er zeigt exemplarisch, wie Führung versagt, wenn Kommunikation durch Machtausübung ersetzt wird – und wie sich eine Institution in einem Konflikt selbst blockiert.
Kriegsverbrecher-Vorwürfe gegen US-Verteidigungsminister Pete Hegseth
In den USA nimmt eine Debatte über die Rechtmässigkeit der Angriffe auf angebliche Drogenkurier-Boote an Fahrt auf. Auslöser sind Medienberichte, dass Verteidigungsminister Pete Hegseth persönlich den Befehl erteilt haben soll, dass es keine Überlebenden geben dürfe.
Stolpert Trump am Ende über Epstein?
Eine US-Parlamentskommission hat am Donnerstag 23'000 Dokumente veröffentlicht, die Aufschluss darüber geben sollen, wie eng Präsident Donald Trump und der Sexualstraftäter Jeffrey Epstein sich wirklich standen. Vorläufiges Fazit: Viel näher als Trump stets sagte.
Der Fall Block: Wenn Litigation-PR den Takt angibt
Im Fall Block stehen sich Christina Block, Unternehmerin aus der Hamburger Block-Familie, und ihr früherer Partner Stephan Hensel gegenüber. Im Kern geht es um die beiden jüngeren Kinder – strafrechtlich um die mutmassliche Entführung in der Silvesternacht 2023/24 vor dem Landgericht Hamburg, familienrechtlich um Sorgerecht und Umgang in Dänemark. Die Verfahren laufen parallel, nähren sich gegenseitig und verlagern den Konflikt regelmässig von der Aktenlage in die Öffentlichkeit.
„Der Richter ist kein Subsumtionsautomat“: Patrick Krauskopf über Macht, Medien und Litigation-PR
Litigation-PR ist in grossen Verfahren längst Teil der Strategie – nur die Schweiz tut oft so, als spiele sich Justiz im luftleeren Raum ab. Während Staatsanwaltschaften offensiv kommunizieren und Schlagzeilen Biografien prägen, bleiben Beschuldigte und ihre Anwälte meist stumm. Im Gespräch mit Inside-Justiz erklärt Wirtschaftsrechtsprofessor und Prozesskommunikationspionier Patrick L. Krauskopf, warum der Hamburger Fall Block als Lehrstück gelungener Litigation-PR taugt, der Fall Ignaz Walker zum Mahnmal für kommunikatives Versagen wird…
Medien-Maulkorb – ein juristischer Dammbruch im Fall Schär
Eine Berner Richterin hat der Weltwoche und dem Medienblog Zackbum.ch auf Antrag des Anwalts von Prof. Bernhard C. Schär verboten, über ein laufendes Verfahren zu berichten. Der an der Universität Lausanne lehrende Historiker, der für seine postkolonialen Theorien bekannt ist, sah sich durch mehrere kritische Artikel in seiner Persönlichkeit verletzt. Die Beiträge – unter anderem von René Zeyer – hatten Schärs Gutachten zu den Zürcher „Mohrenkopf“-Inschriften als ideologisch gefärbt und…
„Blocher, Hildebrand und Widmer-Schlumpf“ – ein Zeitdokument über Macht, Moral und miserables Krisenmanagement
Gelesen in einer hellen Polarnacht vor Spitzbergen, schlägt dieses Buch wie kalter Wind ins Gesicht: sauber geschrieben, akkurat, nachvollziehbar — und dennoch aufwühlend. Hermann Lei rekonstruiert die Hildebrand-Affäre nicht als verbeulter Medienmythos, sondern als Kaskade institutioneller Aussetzer, politischer Manöver und persönlicher Eitelkeiten. Wer danach noch meint, die Schweiz sei damals krisenfest gewesen, hat ein anderes Buch in der Hand.
