Eine Berner Richterin hat der Weltwoche und dem Medienblog Zackbum.ch auf Antrag des Anwalts von Prof. Bernhard C. Schär verboten, über ein laufendes Verfahren zu berichten. Der an der Universität Lausanne lehrende Historiker, der für seine postkolonialen Theorien bekannt ist, sah sich durch mehrere kritische Artikel in seiner Persönlichkeit verletzt. Die Beiträge – unter anderem von René Zeyer – hatten Schärs Gutachten zu den Zürcher „Mohrenkopf“-Inschriften als ideologisch gefärbt und…
Autor: Roger Huber
Südostschweiz: Bündner Justiz mit Beisshemmung
Der Vergewaltigungsfall um den ehemaligen Verwaltungsrichter aus Graubünden sorgt weiter für Schlagzeilen. Die Südostschweiz berichtet über massive Kritik an der Justiz – diesmal wegen der Verzögerung des schriftlichen Urteils, das nach fast einem Jahr immer noch nicht vorliegt. Der Jurist und ehemalige SP-Gemeinderat Jean-Pierre Menge spricht im Interview von „Beisshemmungen“ und einem Verfahren, das „zu lange, zu milde und zu wenig transparent“ geführt worden sei.
Glarus – Gnade und der lange Schatten der Zeit
In Glarus gibt es Gnade nur auf dem Papier. Im Fall des Treuhänders aus den Jahren 2004 bis 2006 ist das Ermessen äusserst eingeschränkt. Der Fall ist alt, die Haft ist neu – und doch wirkt alles aus der Zeit gefallen. Trotz eines Zeitabstands von fast zwei Jahrzehnten lehnt Glarus den gezielten Teilerlass ab, diskutiert einen orchestriert wirkenden Kommissionsbericht kaum öffentlich und lässt zentrale Fragen bei der Strafanstalt Saxerriet offen.…
AR: Gefangen im Paradoxon – Wie die Appenzeller Justiz einen Bürger im Stich lässt
Gefangen im Paradox – Wie die Appenzeller Justiz einen Bürger im Stich lässt
Absurder Glarner Justiz-Zirkus: Treuhänder soll mehr als 20 Jahre nach der Tat für 18 Monate ins Gefängnis
Der Glarner Landrat berät am Mittwoch über das Begnadigungsgesuch eines Treuhänders. Wird das Gesuch abgelehnt, muss er für 18 Monate ins Gefängnis. Während Begnadigungsgesuche in aller Regel abgelehnt werden, zeichnet der vorliegende Fall allerdings tatsächlich ein sehr zwielichtiges Bild der Glarner Justiz.
„Blocher, Hildebrand und Widmer-Schlumpf“ – ein Zeitdokument über Macht, Moral und miserables Krisenmanagement
Gelesen in einer hellen Polarnacht vor Spitzbergen, schlägt dieses Buch wie kalter Wind ins Gesicht: sauber geschrieben, akkurat, nachvollziehbar — und dennoch aufwühlend. Hermann Lei rekonstruiert die Hildebrand-Affäre nicht als verbeulter Medienmythos, sondern als Kaskade institutioneller Aussetzer, politischer Manöver und persönlicher Eitelkeiten. Wer danach noch meint, die Schweiz sei damals krisenfest gewesen, hat ein anderes Buch in der Hand.
EuGH-Urteil: Dieselgate lässt die Schweiz im toten Winkel
Während der Europäische Gerichtshof Millionen Dieselbesitzern in der EU neuen Hoffnung auf Entschädigung gibt, stehen die betroffenen Fahrzeughalter in der Schweiz weiterhin mit leeren Händen da. Ein Gerichtsurteil von historischer Tragweite offenbart eine tiefe Kluft im europäischen Verbraucherschutz – und wirft ein bezeichnendes Licht auf die juristische Isolation der Schweiz im Abgasskandal.
