Ruben Anderegg – vom Unternehmer zum Kläger

Was ein grenzwertig agierender Staatsdiener in Gang setzte, endete für Ruben Anderegg im finanziellen Ruin – und mündete in einen Kampf gegen den Staat selbst. Aus dem Unternehmer wurde ein Kläger, aus einem Bauprojekt ein Grundsatzstreit. Der Fall Anderegg zeigt, wie Behördenhandeln Existenzen zerstören kann – und warum dieser Konflikt für den Kanton Bern noch teuer werden dürfte: nicht moralisch, sondern finanziell, in Millionenhöhe. Der folgende Beitrag ist der dritte…

Martin Künzi: Überheblich, unnahbar und patriarchal

Martin Künzi war kein Statthalter, der im Hintergrund wirkte. Er war präsent, bestimmend, oft erklärend – und stets davon überzeugt, auf der richtigen Seite des Rechts zu stehen. Wer ihm in den vergangenen Jahren begegnete - medial oder administrativ - traf auf einen Mann, der sein Amt nicht als moderierende Schnittstelle verstand, sondern als Durchsetzungsposition verstand. Als jemand, der wusste, wie die Verwaltung zu funktionieren hat. – und der diesen…

Brünig Lodge – Wie ein Bauverfahren ein Leben zerstörte

Ein Baugesuch, drei Verfahren, 24 Verfügungen – vier Jahre später steht ein Unternehmer am finanziellen Abgrund. Seine Brünig Lodge musste verkauft werden, seine Existenz ist zerstört. Was mit einem bürokratischen Detail begann, entwickelte sich zur Existenzfrage: Jetzt droht eine Millionenklage gegen den Kanton Bern. Im Zentrum der Kritik stehen Regierungsstatthalter Martin Künzi, das Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) und die Gemeinde Meiringen – sowie die Frage, wie weit Behördenentscheidungen…

Der Fall Stefan Bischof – wie die Fachhochschule OST einen Konflikt verlor

Was als überschaubares Problem in einer Projektgruppe begann, entwickelte sich an der Ostschweizer Fachhochschule (OST) zu einem institutionellen Desaster. Der Fall des Masterstudenten Stefan Bischof ist heute geprägt von abgebrochenen Gesprächsversuchen, verweigerter Mediation, juristischer Eskalation und einem Vertrauensverlust, der auf beiden Seiten kaum mehr zu reparieren ist. Er zeigt exemplarisch, wie Führung versagt, wenn Kommunikation durch Machtausübung ersetzt wird – und wie sich eine Institution in einem Konflikt selbst blockiert.

Der Fall Talal Aldroubi: Wenn die Politik die Gewaltenteilung als Ausrede missbraucht

Am Dienstag, 16. Dezember 2025, musste die Thurgauer Zeitung etwas festhalten, das in einem rechtsstaatlichen Verfahren eigentlich banal sein sollte – hier aber zum Kernproblem wird: SVP-Fraktionschef Hermann Lei behauptete öffentlich, Talal Aldroubi habe den Sprachtest nicht bestanden. Das ist falsch. Aldroubi habe alle nötigen Prüfungen bestanden, die Zeitung verfügt über Zertifikate und eine Echtheitsbestätigung der ausstellenden Institution. Richtig sei einzig, dass er im Modul Lesen B1 beim ersten Versuch…

«Wie viele gemeinsame Biere machen befangen?» – der Fall Muschietti

In der Schweizer Justiz ist es selten, dass die Bundesanwaltschaft beim Bundesgericht in Lausanne ein Revisionsgesuch stellt. Im Fall 6F_18/2024 hatte sie jedoch einen begründeten Anlass dazu. Bundesrichter Giuseppe Muschietti ist in einem Fallkomplex involviert, den er bereits in seiner Zeit als Bundesstrafrichter beurteilte. Die Bundesanwaltschaft verlangt Revision – und scheitert nicht an der Sache selbst, sondern an einer neuen, hochproblematischen Logik: Wer Ausstand will, hätte ihn vorsorglich beantragen müssen,…

Der Fall Block: Wenn Litigation-PR den Takt angibt

Im Fall Block stehen sich Christina Block, Unternehmerin aus der Hamburger Block-Familie, und ihr früherer Partner Stephan Hensel gegenüber. Im Kern geht es um die beiden jüngeren Kinder – strafrechtlich um die mutmassliche Entführung in der Silvesternacht 2023/24 vor dem Landgericht Hamburg, familienrechtlich um Sorgerecht und Umgang in Dänemark. Die Verfahren laufen parallel, nähren sich gegenseitig und verlagern den Konflikt regelmässig von der Aktenlage in die Öffentlichkeit.

„Der Richter ist kein Subsumtionsautomat“: Patrick Krauskopf über Macht, Medien und Litigation-PR

Litigation-PR ist in grossen Verfahren längst Teil der Strategie – nur die Schweiz tut oft so, als spiele sich Justiz im luftleeren Raum ab. Während Staatsanwaltschaften offensiv kommunizieren und Schlagzeilen Biografien prägen, bleiben Beschuldigte und ihre Anwälte meist stumm. Im Gespräch mit Inside-Justiz erklärt Wirtschaftsrechtsprofessor und Prozesskommunikationspionier Patrick L. Krauskopf, warum der Hamburger Fall Block als Lehrstück gelungener Litigation-PR taugt, der Fall Ignaz Walker zum Mahnmal für kommunikatives Versagen wird…

«Die Jagd nach Whistleblowern: Was bleibt vom Schweizer Quellenschutz?»

Quellenschutz ist kein Luxus, sondern Infrastruktur der Demokratie. Ohne ihn verstummen Whistleblower, werden Missstände unsichtbar, bleibt die Gesellschaft blind. Doch die Schweiz lebt seit Jahren mit einem Paradox: Die Justiz soll Geheimnisverrat ahnden, hat aber bei Leaks an Medien kaum prozessuale Werkzeuge – weil das Gesetz den Schutz extrem weit zieht. Staatsanwalt Damian K. Graf stellt diese Asymmetrie in seinem Beitrag auf Medialex ins Schaufenster und fordert eine präzise Korrektur.…

Medien-Maulkorb – ein juristischer Dammbruch im Fall Schär

Eine Berner Richterin hat der Weltwoche und dem Medienblog Zackbum.ch auf Antrag des Anwalts von Prof. Bernhard C. Schär verboten, über ein laufendes Verfahren zu berichten. Der an der Universität Lausanne lehrende Historiker, der für seine postkolonialen Theorien bekannt ist, sah sich durch mehrere kritische Artikel in seiner Persönlichkeit verletzt. Die Beiträge – unter anderem von René Zeyer – hatten Schärs Gutachten zu den Zürcher „Mohrenkopf“-Inschriften als ideologisch gefärbt und…